Author Archives: Kirche Rehden-Hemsloh (sb)

Einladung zum Krabbelgottesdienst

Das Krabbelgottesdienst-Team lädt herzlich ein

zu Freitag, 25. September 2020

um 17.00 Uhr

in die Kirche „Zum guten Hirten in Rehden.

Das Motto lautet: „Alle guten Gaben“

ACHTUNG:

Aufgrund von Corona wird um vorherige Anmeldung bei Stefanie Bunge (Tel.: 05446/ 1301 oder per E-Mail: stefanie_bunge@web.de) gebeten.

 

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt!

Kindergottesdienst „Echt stark! – Gott beschützt mich!“

Nach einer langen Pause freut sich das Vorbereitungs-Team auf erlebnisreiche Kindergottesdienste!

Der erste Termin findet statt

am Freitag, 18. September 2020

von 17.00 Uhr bis 18.00 Uhr

im Gemeindehaus in Rehden.

Das Motto lautet: „Echt stark! – Gott beschützt mich!“.

Unter den geltenden Auflagen soll Gemeinschaft erlebt werden.

Geplant sind u.a. Spiele auf Distanz u.v.m.

Zwecks besserer Planung und zur Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln wird um Anmeldung bis zum 16. September 2020 bei Stefanie Bunge (Tel.: 05446/ 1301 oder per E-Mail: stefanie_bunge@web.de) gebeten.

Achtung: Aufgrund der Vorgaben ist die Teilnehmerzahl begrenzt!

Im Vorfeld findet ein Kindergottesdienst für alle Kinder, die eingeschult wurden, statt. Diese wurden gesondert eingeladen. Auch hierfür ist eine Anmeldung erforderlich!

 

Anmeldung zum Konfirmanden-Unterricht (KU-3 und KU-8)

In den Kirchengemeinden Rehden-Hemsloh und Barver erflolgt die Anmeldung zum Vorkonfirmandenunterricht in der 3. Klasse (KU-3) dieses Jahr auf dem Postweg.
An die Familien wurde ein Brief mit beigefügtem Anmeldungsformular verschickt mit der Bitte um Rücksendung bis zum 13. Juni.
Die Anmeldung zum Hauptkonfirmandenunterricht (KU-8) soll am 27. Juni im Gemeindehaus Rehden stattfinden.
Wie sie konkret ablaufen wird, muss noch angesichts der aktuellen Lage überlegt werden. Die Familien werden noch per Post benachrichtigt werden.
Für Fragen bezüglich der Konfirmandenarbeit stehen die Kirchengemeinden (Tel. 05446-614) gern zur Verfügung.

Coronazeit – Sonntag Kantate – 10. Mai 2020 Predigt: Psalm 98, 1

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

Liebe Gemeinde!
„Kantate“ heißt der heutige, vierte Sonntag nach Ostern. „Singet“ – heißt es im Psalm 98, aus dem diese Einladung kommt.
Es ist natürlich ein komisches, unangenehmes Gefühl, dass ausgerechnet heute, wo wir wieder Gottesdienst feiern können, das Singen so nicht möglich ist. Warum? Die Wissenschaftler haben festgestellt, dass der Mindestabstand, der jetzt 1,5/2 Meter ist, beim Singen mindestens 5 Meter sein soll, weil die Aerosole beim Singen mit viel mehr Kraft ausgestoßen werden. D.h. wir dürften in der Kirche dann nur auf Abstand von mindestens 5 Metern voneinander sitzen.
Aber lassen Sie uns über das Singen nachdenken, über das Singen, von dem auch der Psalm spricht: „Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder!“
Warum überhaupt singen?
Es gibt mehrere Gründe:
– Das Singen gehört zum Menschsein dazu. Es ist die Art, Gefühle auszudrücken, und nicht unbedingt nur fröhliche Gefühle. Es ist eine Körpersprache, die besonders ankommt, die besonders gehört und verstanden wird.
– Das Singen stärkt die Gemeinschaft. Wenn viele mit einstimmen, spürt man eine neue Kraft. Nicht umsonst gab es Kriegsmärsche. Die sollten den Soldaten Mut machen, in den Kampf zu ziehen. Doch viel wichtiger ist, dass Singen die friedliche Gemeinschaft stärkt. Es gibt viele schöne Lieder, die die Menschen dazu bewegen, sich zu versöhnen, zu umarmen. Und wenn wir bei einer Trauerfeier gemeinsam singen, spüre ich persönlich, dass in dem Singen das Mitgefühl mit den Angehörigen, der Beistand, das Trösten besonders deutlich werden.
– Das Singen ist auch gesund, haben auch die Wissenschaftler rausgefunden. Das Singen soll unter anderem das Immunsystem unseres Körpers aktivieren. Ich denke, in der jetzigen Corona-Zeit ist das nicht unwichtig, dass unsere Abwehrkräfte gestärkt werden.
Es gibt also viele gute Gründe, zu singen, auch zusammen zu singen. Bei Freude und Leid, in guten und in schweren Tagen – es stärkt, es tröstet, es hilft, es schützt, es ermutigt.
Aber in dem Psalm geht es um noch eine Eigenschaft vom Singen. Es geht ja um das Singen eines neuen Liedes für Gott. Ein neues Lied soll dem Herrn gesungen werden. Wenn ich daran zurück denke, wie wir im Gottesdienst ein noch unbekanntes (oder wenig bekanntes) Lied singen, dann glaube ich: Gott freut sich viel mehr, wenn wir ein gut bekanntes Lied singen. Aber im Ernst: Im Psalm geht es nicht um ein unbekanntes Lied. Die genaue Übersetzung für neues Lied aus dem Hebräischen besagt: „Das ist ein Lied, das aus einer Gott schauenden Begeisterung kommt“.
Es ist also viel mehr als ein Lied aus dem Gesangbuch mit einem bestimmten Text und einer Melodie: Es ist eher ein Bekenntnis für Gott als königlichen Richter, es ist ein Erkennen seiner Gerechtigkeit, seiner Weisheit, seiner Zugewandtheit zu seiner Schöpfung, zu seinem Volk, zu uns Menschen. Dieses neue Lied ist Ausdruck des Glaubens. So soll der Glaube an Gott sein: Es soll aus dem Herzen kommen wie ein gefühlvolles Lied, immer wieder neu.
Die Jahreslosung lautet: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben“ – Aussage eines Menschen, der sich in der Situation der Verzweiflung zu Jesus bekennt. Das war kein fröhliches Singen, es war eher ein Schrei der Seele, ein echtes Bekenntnis vom Herzen – Jesus half dem Menschen und heilte seinen Sohn. Vielleicht kann auch so ein Schrei der Seele ein neues Lied für Gott sein (es heißt ja im Psalm nicht, dass es ein fröhliches Lied sein soll). Auch in den Psalmen der Bibel (Psalm heiß ja übersetzt: „Lied“) gibt es nicht nur fröhliche Passagen, es gibt Klagen, es gibt Hadern, es gibt Zweifeln und Hilfeschreie – alles, was das Herz des Psalmbeters jeweils bewegte.
Glaube bedeutet, Gott an all dem teilhaben zu lassen, was einen bewegt, erfreut oder belastet. Ganz ehrlich, aufrichtig ohne falsch. Wir brauchen ja Gott sowieso nichts vorzumachen. „Er sieht das Herz an“ – sagt uns die Bibel. Auch unser Versagen, unsere Verwundbarkeit bleiben Gott nicht verborgen. Das vor Gott zuzugeben erfordert oft Mut, aber ist Teil dieses neuen Liedes, das wir Gott singen sollen. Und gerade jetzt in der Corona-Zeit wird jeden Tag, jede Stunde deutlich, dass wir eben schwach und verwundbar sind, dass wir uns auf viele Dinge nicht wirklich verlassen können. Aber es wird auch jeden Tag deutlich, dass es auch viele Dinge gibt, die uns Hoffnung machen. Wir sehen Menschen, die in der Corona-Krise Unglaubliches bewirken, wir merken, wie wichtig uns der persönliche Kontakt ist, wir lernen Kleinigkeiten schätzen, an die wir vor ein paar Monaten kaum gedacht hatten. Und es sind oft gerade die Menschen oder Dinge, auf die uns auch die Bibel aufmerksam macht, Gottes Wort, allein die 10 Gebote. Vielleicht ist die Corona-Krise auch eine Chance den Glauben neu zu entdecken, zu erkennen, dass es gut ist, auf Gottes Weisungen zu hören. Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder. Ja, dass wir auch jetzt Wunder erkennen, die uns Hoffnung, die uns Mut geben und neue Perspektiven öffnen, auch mit dem Traurigen dieser Zeit richtig umzugehen.
Dazu segne uns Gott!
Und sein Friede, der höher ist als alle menschliche Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

Dimitri Schweitz, Pastor

Gebet:

Herr, unser Gott!
Danke für diesen Tag, an dem wir wieder Gottesdienst feiern können, zwar stark eingeschränkt, aber doch hier in unserer Kirche. Danke für die Menschen, mit denen wir feiern dürfen.
Leider können wir nicht singen, zumindest nicht so kräftig, wie wir es vor Corana getan haben. Aber Du weißt, im Herzen ist unser Gesang für Dich, unser Dank und unser Bitten.
So bitten wir Dich für alle, die uns heute fehlen und die wir vermissen, dass sie behütet und gesegnet werden.
Wir bitten dich für alle, die gerade jetzt in Not sind und deine Hilfe brauchen: Die von Corona betroffenen, die Kranken, die Einsamen, die Verzweifelten. Lass sie deinen Beistand spüren.
Wir bitten dich für alle, die in Angst leben und unter Gewalt und Verfolgung leiden, die Enttäuscht sind und ihr Interesse am Leben verlieren. Zeige ihnen einen Ausweg.
Wir bitten für die Verstorbenen, um die wir trauern, dass sie in deiner Ewigkeit geborgen sind. Tröste die Angehörigen und begleite sie auf ihren Wegen.
Auf dein Erbarmen, Gott, sind wir angewiesen, allein und gemeinsam. Hilf uns, dass wir uns dir anvertrauen, heute wie gestern und morgen wie heute, unser Leben lang.
Darum bitten wir im Namen deines Sohnes und unseres Herrn Jesus Christus.
Amen.

Predigt Ps. 98,1 Kantate-2020 Corona

Gottesdienste wieder möglich!

Der erste öffentliche Gottesdienst
in der Kirche „Zum guten Hirten“
in Rehden
soll am Sonntag, 10. Mai um 11.00 Uhr
unter Beachtung der Abstands- und Hygieneregeln wieder gefeiert werden!

 

In der Pressemitteilung unseres Kirchenkreises vom 08. Mai 2020 heißt es u.a.: 

Die Kirchengemeinden im Kirchenkreis Grafschaft Diepholz sind in den Vorbereitungen, um ab Sonntag, 10. Mai, wieder Gottesdienste feiern zu können. Die Landeskirche Hannovers hat dazu eine mehrseitige Handlungsempfehlung für Gottesdienste herausgebracht., an der sich die Kirchenvorstände nun orientieren, teilte der Kirchenkreis mit. „Schön, dass wir wieder Gottesdienste feiern können“, freut sich Superintendent Marten Lensch: „Die Beschränkungen der letzten Wochen waren schmerzhaft. Aber als Kirche haben wir die notwendigen Maßnahmen unterstützt, um damit einen Beitrag zum Schutz vor der Verbreitung des Coronavirus zu erbringen.“

Auch in den nächsten Wochen werden die Gottesdienste nicht so wie gewohnt gefeiert werden können. Hygiene- und Abstandsregeln sind einzuhalten. So müssen Gottesdienstbesucher in einem Mindestabstand von 1,50 Metern sitzen, sodass die Teilnehmerzahl begrenzt ist. Auch beim Betreten und Verlassen der Kirche sollen die Abstandsregeln beachtet werden. Während des Gottesdienstes ist eine Maske zu tragen. Personen, die an Krankheitssymptomen leiden, dürfen nicht am Gottesdienst teilnehmen. Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören, entscheiden selbst über ihre Teilnahme.

Die Landeskirche rät dringend davon ab, während der Gottesdienste zu singen, da nach gegenwärtigem Erkenntnisstand gerade das Singen durch die hohe Abgabe von Aerosolen das Infektionsrisiko erhöht. „Das gemeinsame Singen wird in den Gottesdiensten fehlen, zumal gerade am kommenden Sonntag, dem Sonntag ‚Kantate‘, das Thema ‚Singen‘ im Mittelpunkt steht“, führt Lensch aus. „Gut, dass wir viele engagierte Organistinnen und Organisten haben, die dennoch für eine festliche musikalische Gestaltung der Gottesdienste sorgen können.“

Coronazeit – Sonntag Jubilate – 3. Mai 2020 Predigt: 2.Korinther 5, 17

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

Liebe Gemeinde!
„Jubilate“ heißt der heutige, dritte Sonntag nach Ostern. „Jubelt! Jauchzet Gott, alle Lande“ – heißt es im Psalm 66, aus dem diese Einladung zum Jubeln kommt. Ob das passt? Wer jubelt heute, wenn die ganze Welt eher still wird und zum Zuhausebleiben aufgefordert ist? Vielleicht passender ist der Wochenspruch: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden“ (2. Kor 5, 17). Erleben wir nicht gerade eine massive Erneuerung unserer Welt, unseres alltäglichen Lebens, unserer Gewohnheiten und der Dinge, die wir von Neuem bedenken müssen? Ja, Vieles ist neu für uns. Mit jedem Tag wird deutlicher, dass das vertraute Alte in gewisser Hinsicht wirklich vorbei, und ein noch unbekanntes Neues im Werden ist: Die mit Mund- und Nasenschutz verdeckte Gesichter der Menschen, die uns in Supermärkten oder öffentlichen Einrichtungen begegnen, Abstandsregeln, Hygienemaßnahmen, Vermeidung von körperlichem Kontakt, keine Umarmungen – das zwischenmenschliche Verhalten bekommt jetzt schon neue Formen, die uns nicht unbedingt gefallen. Wie sich das Bild der Wirtschaft und der Gesellschaft insgesamt „erneuern“ wird, können wir noch nicht absehen, aber das wird es tun.
Um welche Erneuerung geht es bei Paulus? Was ist das vergangene Alte, und was meint Neues für den, der in Christus ist? Um äußerliche Veränderung geht es bestimmt nicht. Der Glaube an Christus macht keinen Menschen jünger, und die alten Lasten sind nicht auf einmal weg. Erneuerung umfasst in erster Linie den inneren Menschen. Und da muss man bei dem Wort „Erneuerung“ auf die Vorsilbe „Er“ achten. Diese Vorsilbe meint Rückkehr zu etwas, was schon einmal war. Erneuerung ist auch Rückkehr zu einem Zustand, der schon einmal war. Ich denke an Beispiele der Versöhnung: Nach einem langen Streit, nach einer langen Trennung kehren zwei Menschen, die sich versöhnt haben, zu einem Zustand ihrer Beziehung zurück, der am Anfang war. Sie sind wieder glücklich miteinander. Sie können trotz der verstrichenen Zeit wieder zuversichtlich nach vorne schauen. Es ist nicht etwas ganz Neues, was diese zwei erleben. Aber sie fühlen sich jetzt wie neu, wie mit neuer Kraft ausgestattet. Ich denke, jeder und jede von uns weiß, wie sich das anfühlt.
In diesem Sinne meint auch der Apostel Paulus Erneuerung. Nur es geht hier um die Beziehung zwischen Mensch und Gott. Diese Beziehung war als Teil der Schöpfung Gottes gut gewesen. Sie gehörte zu dem, was der Vers der Schöpfungsgeschichte meint: „Und Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut“ (1. Mose 1, 31). Durch den Ungehorsam des Menschen ist aber diese Beziehung zerstört worden. Der Mensch hat sich für einen eigenen Weg ohne Gott entschieden, und dieser Weg ist seitdem durch die Trennung von Gott gekennzeichnet. Durch Jesus Christus bietet Gott den Menschen einen Weg, diese zerstörte Beziehung wieder herzustellen, zu erneuern. Gott bietet Versöhnung an und macht den ersten Schritt. Deswegen schreibt der Apostel Paulus weiter: „Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selbst und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu…“ (2. Kor 5, 19).
Versöhnung ist eine wundervolle Sache. Wer sich schon einmal versöhnt hat, weiß, wovon ich spreche. Versöhnung mit Gott aber ist noch ein Stückchen mehr, als Versöhnung zwischen zwei Menschen. Es ist die Versöhnung mit dem Grund und Ursprung meines Lebens; es ist die Versöhnung mit dem Ort und dem Zeitpunkt, in denen ich bin; es ist die Versöhnung mit der Welt, in die ich geboren wurde; es ist die Versöhnung mit der Welt, die ich um mich gestalte, sie ist nicht die perfekte Welt, aber sie ist einmalig und wert, sich für sie einzusetzen; es ist auch die Versöhnung mit der Zukunft, die vor mir liegt und in der ich eines Tages diese Welt verlassen werde.
Vielleicht fordert uns gerade die Corona-Krise heraus, dass wir uns als Versöhnte wieder entdecken; dass wir wieder das stärken, was uns verbindet, und reduzieren, was uns trennt. Eine Versöhnung bedeutet auch, dass man den weiteren Weg nicht mehr im Alleingang geht, sondern gemeinsam, im Einvernehmen, als Team. Gott will, dass wir mit ihm zusammen gehen, als Team, in dem jeder den anderen schätzt. Gott schätzt uns, wir sind ihm wichtig, und wie sind einander wichtig. So hat es Gott von Anfang an für die Schöpfung gedacht, so ist es durch Christus wieder deutlich geworden. Wir sind versöhnt, wir können aus der Kraft der Versöhnung leben und nach vorne schauen. Das wünsche ich uns allen nicht nur am heutigen Sonntag, sondern jeden neuen Tag!
Und Gottes Friede, der höher ist als alle Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

Dimitri Schweitz, Pastor

Gebet:

Gott Du Quelle der Versöhnung!
So hast Du die Welt geliebt, dass Du deinen Sohn Jesus Christus nicht verschont hast, um uns mit Dir zu versöhnen. Du willst, dass wir diese Welt nicht im Alleingang, sondern mit Dir zusammen gestalten: Liebevoll, behutsam, nicht eigennützig, im Vertrauen auf Deine Weisheit.

Dafür danken wir Dir! Aber wir fühlen unsere Ohnmacht, unsere Verwundbarkeit, gerade jetzt in der Coronazeit. Wir bitten Dich: Gib uns die Zuversicht, mit der wir diese Zeit überstehen. Ermutige die Verzweifelten und tröste die Betroffenen; stärke die, die im Einsatz sind und sich um das Wohl von uns allen kümmern. Hilf uns, dass wir bei bevorstehenden Lockerungen vernünftig handeln.
Vor Dich bringen wir unsere Familien, Freunde, Bekannte und bitten Dich um Deinen Segen und Schutz.
Durch Jesus Christus, Deinen Sohn, unseren Herrn!
Amen.

Predigt 2. Kor 5, 17 Jubiate-2020 Corona

Coronazeit – Sonntag Miserikordias Domini – 25. April 2020 Predigt: Psalm 23

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

Liebe Gemeinde!
Der heutige, zweite Sonntag nach Ostern trägt den Namen der Barmherzigkeit Gottes. Eines der bekannten Motive dazu ist das eines Hirten, der sich liebevoll um seine Schafe kümmert. Ein häufiges Motiv der Bibel, das veranschaulichen will, dass wir Menschen im gewissen Sinne wie Schafe sind, die einen Hirten brauchen. Gott selbst öffnet sich als der gute Hirte, der seine Herde liebt. Auch Jesus sprach von sich als dem guten Hirten, der sein Leben für die Schafe gibt. Deswegen wird dieser Sonntag auch Hirtensonntag genannt.
Eigentlich sollte heute in Barver die Konfirmation gefeiert werden. Acht Jugendliche hätten sich heute zum christlichen Glauben und zu ihrer Taufe bekannt. Auch dazu, dass sie in Gott einen Hirten sehen, der sie im Leben beschützt. Vielleicht ist deswegen der erste Vers des bekannten Psalms 23 heutzutage einer der populärsten Konfirmationssprüche. Den Psalm müssen die Konfis in ihrem Unterricht auch auswendig lernen. Heute hätten wir ihn gemeinsam gebetet, so wollen wir das auch jetzt tun:

 

Der Herr ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar. (Psalm 23)

 

„Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln“ – ein Bekenntnis, das dem heutigen Zeitgeist eher widerspricht. Finden Sie nicht? Es ist nicht gerade cool, sich in der Rolle eines Schafes zu sehen, das von jemandem geführt und versorgt werden will. Man spricht ja sich selbst so eine gewisse Unmündigkeit zu, zeigt seine Unzulänglichkeit, sein Angewiesen sein auf andere. Und das in der Zeit, wo man eher das Selbstbewusstsein propagiert und davon spricht, dass jeder Mensch sein eigenes Potenzial entfalten und seinen eigenen Weg gehen soll: „Mache, was du liebst, und liebe, was du machst“ lautet eine populäre Devise der heutigen Zeit und meint, somit ein ideales Glücksrezept zu präsentieren. Manche sind deswegen auch der Kirche gegenüber skeptisch, weil sie denken, Kirche wolle nur bevormunden und beschränken. Eine Dame verglich die Kirche mit einer Herde hirnloser Schafe, die sich von ein paar schlauen Köpfen an der Nase herumführen lassen. So etwas mag in der langen Geschichte des Christentums oder auch jeder anderen Religion sicherlich gewesen sein. Auch die Bibel erwähnt solche Vorkommnisse. Im Buch des Propheten Jeremia z.B. wird im 23. Kapitel das Volk Israel mit einer großen Schafherde verglichen, die in die Händen schlechter Hirten geraten ist und deswegen auseinander läuft. Der Prophet kündigt auch an, dass Gott selbst einen Hirten setzen wird, der seine Herde sammeln und sie auf dem richtigen Weg führen wird. Dieser Hirte ist in Jesus Christus gekommen, und nicht in einem religiösen Anführer – das darf man nicht vergessen.
Die andere Frage: Warum Schafe? Vielleich deshalb, weil jedes Schaf nur danach schaut, wo leckeres Gras ist, und dadurch seine Herde aus dem Blick verliert. Nicht umsonst muss die Herde stets bewacht und mit Hilfe von Hunden zusammengehalten werden. Sonst laufen die Schafe auseinander und werden als einzelne der Gefahr ausgeliefert, von Wölfen gerissen zu werden.
Sind wir Menschen nicht so? Laufen wir nicht Dingen hinterher, die uns im Augenblick wichtig erscheinen oder Spaß machen? Führt das nicht dazu, dass jeder letztendlich nur an sich selbst denkt und sich danach orientiert, was ihm selbst als gut und nützlich erscheint. „Ich persönlich habe keine Angst vor Corona“ – sagt ein junger Mann im Supermerket, deshalb wolle er keine Maske tragen. Aber gerade die Maske setzt ja voraus, dass man an andere denkt, die man vor eigenen Viren schützt, die man möglicherweise bereits in sich trägt. Apropos Viren: Sie zeigen auch, wie verwundbar wir sind. Auch zeigen sie, dass wir als Gesellschaft doch klare, einheitliche Regeln und kluge Führung brauchen, gerade angesichts von Gefahren. Gibt es sie? Diese kluge Führung, die es schafft, ihr Land, ihr Volk so schmerzfrei wie möglich aus der Krise zu bringen? Ich denke, niemand kann diese Frage mit einem deutlichen „Ja“ beantworten. Was aber auf jeden Fall nötig ist, ist ein respektvoller und fürsorglicher Blick auf andere. Dies ist auch der Hauptinhalt dessen, wovon Jesus gesprochen und was er gelebt hat. In diesem Sinne will er auch unser Hirte sein, uns leiten im Licht der Liebe, uns stärken im Miteinander, uns trösten im Teilen unserer Ängste mit uns, uns bringen zur Kraftquelle in Gott durch sein Wort und sein Vorbild. Wäre die Welt nicht viel schöner und friedlicher, wenn wir mehr diesem guten Hirten Jesus Christus folgten?
Ich wünsche uns trotz der weiteren Einschränkungen einen gesegneten Sonntag!
Und Gottes Friede, der höher ist als alle Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

Dimitri Schweitz, Pastor

Gebet:
Du guter Hirte, Jesus Christus!
Wir sind gefangen in unserer Sorge. Du siehst unsere Verunsicherung, unsere Ängste.
Schau auf die Menschen, die keinen Ausweg sehen – in Krankenhäusern, auf der Flucht, im Krieg, in zerbrochenen Familien oder kaputten Beziehungen. Schau auf die Menschen, die kein Zuhause haben, wo sie Schutz finden.
Du guter Hirte, suchst du sie? Steh ihnen bei und trage sie auf deinen Schultern. Und gib uns allen einen respektvollen Blick aufeinander. Dass wir gerade in Situationen der Not mehr aneinander denken und deinem guten Vorbild folgen.
Wir bitten dich für die Opfer der Pandemie und um Trost für ihre Angehörige! Wir bitten dich für alle, die im Kampf gegen das Virus an vorderster Front sind! Wir bitten dich für alle, die Führungspositionen bekleiden! Erbarme dich heute und alle Tage.
Begleite uns alle durch diese Zeit und erhalte uns trotz all dem Schweren in österlicher Freude! Amen.

Predigt Ps 23 Miserikordias-2020 Corona

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

Liebe Gemeinde,
der Name des heutigen 1. Sonntags nach Ostern lt. Kirchenkalender ist ein lateinisches Wort: Quasimodogeniti (zu deutsch: „wie die neugeborenen Kinder“), ein Wort aus dem 1. Petrusbrief 2, 2.
Gemeint ist ein Glaube, der durch die Botschaft über die Auferstehung Jesu Christi wie neu geboren wird. Dieser Glaube ist wie ein frischer Wind, der dem Schiff des menschlichen Lebens einen kräftigen Schub gibt.
Wäre das nicht unser aller Wunsch jetzt in dieser Krisenzeit? Würden wir uns nicht über einen kräftigen Schub an Positivität und Hoffnung freuen, der uns über die Zeit der Einschränkungen, der Selbstisolation und der anderen coronabedingten Belastungen helfen könnte?
Die Social Media füllen sich täglich mit positiven Impulsen und Erlebnissen der User. Das schöne Wetter trägt dazu bei, dass man ermunternde Motive von Spaziergängen in der Natur oder Bilder von Familiengrillpartys im Garten posten kann. Doch ob diese gut gemeinten und sicherlich positiv wirkenden Beiträge es schaffen, das Dunkel der aktuellen Lage zu erhellen? Was ist mit Tausenden von Menschen, die nicht die Möglichkeit haben, Spaziergänge in blühender Natur zu genießen, weil sie in ihren Zimmern in Altenheimen oder ihren Wohnungen wirklich isoliert sind? Was ist mit Tausenden von Menschen, die keinen Garten besitzen, in dem sie mit Familie grillen könnten? Was wäre für sie ein kräftiger Schub an Positivität und Hoffnung in der heutigen Situation? Oder ist die tägliche Erfahrung, dass man (noch) nicht krank geworden ist, eine genügende Belohnung? Aber was, wenn man doch einer von diesen fast 150 Tausenden ist, die infiziert sind, und sich davor fürchtet, auf die Intensivstation zur künstlichen Beatmung zu müssen?
Die Menschheitsgeschichte kennt solche Situationen, auch viel schlimmere Situationen von Kriegen, Naturkatastrophen oder Pandemien mit viel mehr Opfern. Auch in der Geschichte des Volkes Israel, die die biblische Überlieferung erfasst, gab es schreckliche Zeiten. Zu solchen gehörte die Epoche der sogenannten Babylonischen Gefangenschaft. Auch wenn das Ausmaß der Tragödie, global gesehen, vielleicht nicht so umfassend war, wie mit der Corona-Pandemie, war sie für das Volk eine harte Prüfung, nicht zuletzt eine Glaubensprüfung. Gläubige Menschen fühlten sich in aussichtsloser Isolation ohne Perspektive, ohne Hoffnung. Und in dieser Situation richtet der Prophet Jesaja folgende ermutigende Worte an die Israeliten:
Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat dies geschaffen?
Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der HERR, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich.
Er gibt dem Müden Kraft, und Stärke genug dem Unvermögenden.
Männer werden müde und matt, und Jünglinge straucheln und fallen; aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

Diese Worte, die für die heutige Predigt vorgeschlagen sind, scheinen auf den ersten Blick einem ermunternden Post ähnlich zu sein, den man heute auf Facebook oder Instagram findet. Auch ein Foto von herrlichem Sonnenuntergang kann von der wunderbaren Schöpfung Gottes zeugen. Aber ein Wort finde ich für die heutige Situation besonders wichtig: Das Wort „Harren“. „…die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft“ – Harren bedeutet, dass diese Kraft Gottes nicht immer dann kommt, wenn man sie gern hätte. Man braucht Geduld, Ausdauer.
Und das ist leider nicht gerade Stärke unserer Zeit. Wir leben in einer Zeit, in der alles schnell gehen muss. Auf der Arbeit muss alles schnell getan und erledigt werden. Man muss effizient und gut sein. Man muss leisten. Veränderungen finden in einem Tempo statt, die sich alle Generationen vor uns nicht hätten erträumen lassen. Harren, warten – ist das nicht gerade das, was wir alle brauchen? Es ist nicht die Zeit der Kurzstreckenläufer, sondern die der Marathonläufer. Nicht die Geschwindigkeit ist entscheidend, sondern die Kontinuität, Treue, Harmonie.

Es gibt eine alte chinesische Weisheit: „Nur in einem ruhigen Teich spiegelt sich das Licht der Sterne“. Vielleicht ist gerade das, was wir nötig haben: Die Ruhe, in der wir auf Gott harren. Gott gebe uns diese Ruhe und lasse uns darin seine Kraft spüren. Und sein Friede, der höher ist als all unsere Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

Dimitri Schweitz, Pastor

Gebet:

Unbegreiflicher Gott,
in Jesus Christus hast Du dem Tod die Macht genommen.
Doch wir erleben, wie der Tod immer noch nach uns greift, besonders deutlich spüren wir das in dieser Krisenzeit, in der uns täglich von neuen Hunderten und Tausenden Toten berichtet wird.
Wir bitten um Deine Kraft für die, die gegen den Tod ankämpfen. Wir bitten um Deinen Trost für die, die dem Tod ausgeliefert werden und deren Kräfte versiegen. Wir bitten um Deine Hilfe für die, die von der Krise besonders hart betroffen sind. Nimm uns die Angst. Schenk uns Geduld. Lass uns aufatmen, dass wir auf Dich harren im Vertrauen auf Deine Treue. Gott, führe Du uns durch diese Zeit! Amen.

 

Predigt Jes 40,26-31 Quasimodogeniti 2020

Coronazeit – Ostersonntag – 12. April 2020 Predigt: 1. Korinther 15, 12-20

 

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

Liebe Gemeinde!
Liebe Schwestern und Brüder!
Trotz der Corona-Plage ist Ostern überall. Auch die kleinsten Pflanzen, die durch Steine zum Licht aufbrechen, scheinen österliche Freude auszustrahlen. Auch wir wünschen uns seit Tagen frohes Osterfest. Jetzt viel mehr über die social media… Vielleicht, weil wir müde sind von täglichen Berichten über Krankheit und Tod und uns nach etwas Schönem, etwas Fröhlichem sehnen – das ist Ostern für uns, das Fest der Auferstehung, der Hoffnung und des Lebens.
Aber immer wieder finden sich Menschen, die allergisch auf dieses Wort „Auferstehung“ reagieren: „Das ist doch ein Märchen“ – sagen sie und argumentieren damit, dass es dafür keine wissenschaftlichen Beweise gibt.
Aber nicht nur heute, sondern schon damals in den ersten christlichen Gemeinden gab es Skeptiker, die die Auferstehung Christi leugneten. Diese Leute erwähnt auch der Apostel Paulus in seinem Brief an die Korinther. Dies ist auch der Predigttext für den heutigen Ostersonntag: Einige Verse aus Kapitel 15.
Wenn aber Christus gepredigt wird, dass er von den Toten auferstanden ist, wie sagen dann einige unter euch: Es gibt keine Auferstehung der Toten? Gibt es keine Auferstehung der Toten, so ist auch Christus nicht auferstanden. Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsere Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich.
Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.

In der Tat, wenn ich keine wissenschaftlichen Beweise für die Auferstehung Jesu Christi finde, müsste ich zugeben, dass wir alle dumm sind, alle, die am Ostersonntag in die Kirche wollen. Wie dumm und naiv sind all die Hunderte Millionen Menschen, die Weihnachten und Ostern feiern. Und …ich gehöre dazu. Auch alle, die an (einen) Gott glauben müsste man für dumm und naiv erklären. Und nicht nur die. Auch alle, die an Liebe und Freundschaft, an Mitgefühl und Versöhnung, an Schönheit, an Harmonie und Glück glauben, wären nach dieser Logik ebenso dumm und naiv. Denn auch für diese Dinge gibt es keine fundierten wissenschaftlichen Beweise, außer dass es um biologische Mechanismen geht, die die Evolution zwecks Überleben oder Fortpflanzung entwickelt hat und die nichts weiter sind als stumpfe Biochemie…
Doch vielleicht noch wichtiger wäre die Frage: Wird die Welt besser sein, wenn wir alles auf biochemische und physikalische Prozesse reduzieren? Bestimmt nicht. Können Sie sich eine Welt vorstellen, in der es keine Liebe, Freundschaft, Mitgefühl, Versöhnung, Glück gibt, nur weil sie sich nicht mit Zahlen beweisen lassen? Ich bin mir sicher, das
können Sie nicht, denn ohne sie wäre unser Leben undenkbar.
Ostern, liebe Gemeinde, gehört zu diesen Dingen. Es geht nicht um die historische Tatsache, an die, übrigens, ein Drittel der Weltbevölkerung glaubt. Es geht um unsere Sehnsucht. Die Sehnsucht nach einem Leben, wo es keine Trennung und keinen Abschied gibt. Sehnsucht nach einem Leben ohne Angst, ohne Schmerzen, ohne Tränen. Sehnsucht nach einem Leben, in dem es keinen Tod mehr gibt.
Das ist ja kein Geheimnis, liebe Schwestern und Brüder, dass wir alle Angst vor dem Tod haben. Keiner von uns will auf immer und ewig Abschied nehmen von dem, was uns umgibt. Der Gedanke, dass alles irgendwann zum letzten Mal zu sehen sein wird, macht uns traurig. Eigentlich wollen wir auch gar nicht daran glauben, weil wir uns das gar nicht vorstellen können. Unser Geist wehrt sich vehement dagegen. Deswegen sehnt sich unser ganzes Wesen nach einem Weg in die Ewigkeit. Und zwar schon immer. Von dieser Sehnsucht getrieben folgten Tausende Menschen Jesus. Von dieser Sehnsucht getrieben gingen Menschen auch in den Tod wegen ihres Glaubens.
Die Auferstehung Jesu Christi ist Gottes Antwort auf diese Sehnsucht, auf diesen Herzenswunsch, heute genau so, wie damals. Mit der Auferstehung Jesu öffnet sich uns der Weg zu dieser Realität der Ewigkeit, Realität des Lebens mit Gott. Das ist auch der Grund, warum wir unsere Kinder taufen lassen auf den Namen Jesu: Unsere Hoffnung
auf das ewige Leben, auf ein Sein in Gottes Gegenwart.
Auch wenn für viele heute Ostern mehr mit bunten Eiern und Schokoladenhasen verbunden ist, …auch wenn es Besserwisser gibt, die die Auferstehung leugnen, bleiben diese Hoffnung und dieser Glaube lebendig. Natürlich kann man diese Hoffnung und diesen Glauben nicht wissenschaftlich belegen, …weil sie im Herzen stattfinden. Sie kann man nicht wissenschaftlich belegen, aber mit ihnen wird das Leben lebenswert und erfüllt.
Das ist mein Osterwunsch für uns alle: Dass Ostern nicht nur in unseren Kalendern stattfindet, sondern vor allem in unsren Herzen. Dass wir trotz der Coronakrise uns von ganzem Herzen diesem Ostergruß anschließen: „Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! In meinem Leben, in meinem Herzen!“ Gott segne uns diesen Tag!
Und sein Friede, der höher ist als unsere menschliche Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

Dimitri Schweitz, Pastor

 

Gebet:

Allmächtiger Gott,
auch den kleinsten Pflanzen hast Du so viel Lebenskraft gegeben, dass sie dicke Steine überwinden, um zu leben, zu wachsen. Dass Du Jesus Christus zum Leben auferweckt hast, gibt auch uns Hoffnung und Lebenskraft.
Gib uns auch jetzt in der Corona-Krise die Kraft zum Leben und zum rechten Handeln, wo wir handeln können. Stärke und die Hoffnung, dass wir auch diese schwere Zeit überwinden.
Wir bitten Dich für alle, die von der Pandemie direkt betroffen sind: Die Erkrankten, die Sterbenden und deren Angehörigen. Segne und Stärke alle, die sich um die Betroffenen kümmern und im Kampf gegen die Pandemie an oberster Front sind. Hilf den Verantwortlichen richtige Wege zu finden.
Gott, führe du uns durch diese Zeit! Amen.

Predigt 1. Kor 15, 12-20 Ostern-2020-Corona

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